13 Dinge, die Du über Online-Unterricht wissen musst

Von Philippe Clark Hall – aus dem Englischen übersetzt von Dominik Hempel

Ich unterrichte seit vielen Jahren online und habe dabei jede erdenkliche App benutzt: Skype, Zoom, WhatsApp, FaceTime, Hangouts, Messenger, …

Hier sind nun einige Dinge, die ich dabei gelernt habe:

  1. Jede App kann funktionieren
  2. Zoom scheint die beliebteste aller Apps zu sein, da sie laut Benutzererfahrungen die stabilste Verbindung ermöglicht. Meinen Erfahrungen nach ist die beidseitige Internetverbindung jedoch am wichtigsten.
  3. Nimm Dir Zeit bei der ersten Online-Unterrichtsstunde, um einige Grundregeln für einen reibungslosen Ablauf zu vereinbaren:
    1. Verwende ein einfaches Handzeichen für STOP. Ich verwende das Hand-hoch-Symbol ✋. Dieses Zeichen ist wichtig, da man nicht zur gleichen Zeit sprechen kann.
    2. Gestalte einen klaren Ablauf: Sprechen-Zuhören-Singen-Zuhören. Es sollte nur eine Person aufs Mal sprechen/singen.
    3. Wenn Dein Schüler einen Playback-Track verwendet, am besten mit zwei Geräten: Die Videokonferenz mit dem Computer, das Playback mit dem Natel.
    4. Das Playback-Gerät darf auf keinen Fall zu nahe am Mikrofon des Computers stehen. Je weiter weg, desto besser.
    5. Bitte Deinen Schüler, andere Programme, Fenster und Geräte zu schliessen, welche die Internetverbindung belasten könnten, und schliesse Deine eigenen Fenster und Programme.
    6. Wenn die Verbindung schlecht ist, zögere nicht aufzulegen und nochmals anzurufen.
    7. Versende aufgenommene Tonleitern oder Arpeggios während oder nach der Unterrichtsstunde.
    8. Manche Plattformen ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, die Lektion aufzunehmen.
  4. Tonleitern zu spielen, während Dein Schüler sie nachsingt, funktioniert nicht. Spiele sie vor und er singt sie nach. Beachte, dass immer nur eine Person aufs Mal spricht/spielt/singt. Das ist sehr wichtig.
  5. Achte auf: Mundposition, Zunge, (Ver)spannungen, Haltung, …
  6. Die Kameraposition sollte so sein, dass beide Teilnehmer nahe und gut sichtbar sind. Bei Bedarf sollten beide die Möglichkeit haben, sich etwas vom Bildschirm zu entfernen um etwas vorzuführen. Dadurch kann man den ganzen Oberkörper sehen.
  7. Manchmal ist die Audioqualität höher, wenn man Kopfhörer mit Mikrofon benutzt, manchmal nicht. Seien Sie flexibel.
  8. Bereite Bilder/Grafiken/Videos/Links vor, die Du häufig nutzt, damit Du sie während des Unterrichts versenden kannst. Die meisten Apps ermöglichen dies. Falls dies nicht möglich sein sollte, versende die Dokumente/Links per Mail oder Natel.
  9. Du kannst Deinen Bildschirm freigeben, damit Ihr zusammen Dinge ansehen und hören könnt. Beachte aber, dass nicht alle Apps dies unterstützen.
  10. Wenn die Verbindung nicht funktioniert, stelle das Video ab und wechsle auf Audiokonferenz. Oder sende aufgenommene Audionachrichten. Die meisten Kinder schreiben heute gar keine SMS mehr, sie versenden Sprachnachrichten. Die dazu verwendete App ist nicht wichtig, das kann heute jedes Natel. Auch die Schülerinnen und Schüler sind sich heute diesen Kommunikationsweg gewohnt. Frage nach, welche App genutzt wird.
  11. Sei geduldig, und erwarte dies auch von den Kindern. Beide Seiten müssen sich erst an Online-Unterricht gewöhnen.
  12. Fokussiere auf 1-3 Verbesserungen pro Unterrichtsstunde.
  13. Frage genug oft nach. Wie gut funktioniert es? Ist es zu laut/leise? Siehst Du meine Bewegungen? Was fällt Dir auf? Hat das geholfen? Kannst Du das wiederholen? Und so weiter…

Zurzeit unterrichte ich all meine Schüler online. Meine wichtigste Erkenntnis über all die Jahre:

Es gibt keinen Unterschied im Lernfortschritt meiner Online-Schüler im Vergleich zu analog unterrichteten Schülern.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.